Lesestoff

Abi Andrews. Wildnis ist ein weibliches Wort

Von einer, die ihre Koffer packt und sich auf den Weg nach Alaska macht – um eine feministische Neuinterpretation eines Abenteuers in der Wildnis zu wagen:

Erin ist neunzehn Jahre alt und liebt Geschichten von furchtlosen Aussteigern, die alles hinter sich lassen, um ein Leben in der wilden Natur zu wagen. Warum, fällt ihr nach einer gewissen Zeit auf, sind es vor allem Männer, denen diese Abenteuer vorbehalten sind? Und warum soll es nicht auch für eine Frau möglich sein, das zu erleben? Sie beschließt: Nach der Schule geht sie nach Alaska, um eine feministische Neuinterpretation eines Abenteuers in der Wildnis zu wagen.


„Die reine Wildnis ist die Abwesenheit von Wörtern.“


Schon alleine der Weg dorthin ist ein Wagnis: mit einem Frachtschiff von England nach Island. Auf dem Boot eines Meeresbiologen weiter nach Grönland. Dort mit einem Hundeschlitten durch die Schnee land schaft, dann mit Anhalter und zu Fuß. Sie schließt Freundschaften und übersteht Gefahren, vor allem aber ist sie auf dieser Reise genug allein, um über den Zusammenhang von Natur, Abenteuer und Männlichkeit oder Weiblichkeit nachzudenken.

Endlich kommt Erin in Alaska an und kann mit den konkreten Vorbereitungen für ihre Zeit in der Wildnis beginnen. Schließlich geht sie los: Die Tundra ist an diesem Tag vom Rauschen des Windes erfüllt und sehr leer. Die Landschaft schimmert in der klaren Luft, winzige Blumen, der Schrei eines Vogels, kühle Luft an ihren Schläfen… Nach einem Tagesmarsch taucht ihre Hütte am dunklen Rand eines Waldes auf – ein Feldbett und ein paar Töpfe zum Kochen sind das Bühnenbild für ihr Abenteuer.


„Ich bin wie ich bin –
und der Rest ist weiblich und wild.“


Am nächsten Tag erkundet Erin ihre nähere Umgebung und singt die ganze Zeit, weil sie die tiefe Stille so aufrührt. Bald darauf sieht sie den ersten Abdruck einer Bärentatze, dann taucht eine geheimnisvolle Renkuh auf, der Erin irgendwann folgt, weil sie das Gefühl nicht loslässt, dass ihr diese etwas zeigen will. Sie geht zu den Bergen am Horizont und findet auf ihren Streifzügen einen verlassenen Turm, in dem sie eine Nacht verbringt, während unten die Wölfe heulen. Schließlich findet Erin unter einer losen Diele in ihrer Hütte das Tagebuch von Damon – einem Mountain Man. Was wollte er in der Wildnis? Und warum ist sein Buch hiergeblieben?

Unheimlich klug, aufrüttelnd, erstaunlich, kompromisslos, wahnsinnig intensiv – ein Leseabenteuer im wahrsten Wortsinn, ein Buch über die Wunder unserer Welt und der Aufruf, diese zu bewahren!

Im Tempo Verlag um 22,70 Euro
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Wildnis ist ein weibliches Wort
Eine feministische Neuinterpretation eines Abenteuers in der Wildnis: unheimlich klug, erstaunlich und wahnsinnig intensiv